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Reisebericht: San Francisco mit dem Wohnmobil

Bereits Monate im voraus, stellte ich eine Playlist die mir über die trüben Wintertage die Dauer bis zur Reise verkürzen sollten zusammen. Natürlich dürfe auch der Klassiker „If you’re going to San Francisco“ nicht fehlen.

Fortan hörte man mich also regelmäßig frühmorgens auf den Firmenparkplatz fahren und laut jenes trällern. Den erschrockenen Blicken meiner Kollegen zum Trotz.

Inhaltverzeichnis
Reisebericht 2099 Meilen ABENTEUER

Dieser Artikel ist Teil unseres Reiseberichtes „2099 Meilen Abenteuer“.

  1. Teil I „2099 Meilen Abenteuer“ vom 6. August 2016
  2. Teil II „Reisebericht aus San Francisco ist mehr als Hippies & Golden Gate Bridge (dieser Artikel)
  3. Teil III „Reisebericht: Entlang des legendären Highway 1“

Der Frühe Vogel fängt den wurm: SAN FRANCISCO EDITION

Jeder der schon mal über den Atlantik gehoppst ist kennt das Phänomen: In aller Frühe ist die Nacht zuende, verzweifelt weit vor dem Sonnenaufgang ist man hellwach, auf der Nahrungsmittelsuche in dem guten drei Sterne Hotel und muss dann aber festellen, dass es noch tatsächlich 2 Stunden bis zur Eröffnung des Frühstücksbuffets sind. Die neun Stunden Zeitunterschied zwischen Deutschland und der Pacific Time Zone hält, wie wir später speziell in Utah noch einmal feststellen sollte so einige Tücken bereit. Fürs erste muss dann wieder einmal der Müsliriegel herhalten.

Bay Landing Hotel

Das Bay Landing Hotel liegt direkt am Wasser gegenüber des Flughafens [SFO], trotz der unmittelbaren Nähe hört man aber gar nichts von regen Flugbetrieb. Es sei denn man hat mich als Partner dabei, der staunend jede Landung diverser Widebody-Jets mit glänzenden Augen kommentiert und bestaunt. Das Hotel hat damit aber auch den Vorteil, das man den kostenlosen Shuttlebus nutzen kann – um mit diesem zum Airport zu fahren und von dort mit der BART für wenige Dollar und kurzer Zeit mitten im Stadtzentrum von San Francisco stehen kann.

It never rains in northern california

Wir hatten bereits die historischen Durchschnitts-/ und letztjährigen Wetterdaten von San Francisco intensivst bei AccuWeather studiert – und trotzdem war es doch recht „chilly“ wie unser Shuttlebus Fahrer meinte. Knapp 11° Celsius und dicht bewölkter Himmel sollten unseren ganzen Tag in San Francisco begleiten. Aber wenigstens: Es blieb beinahe* den ganzen Tag trocken!

Wir entschieden uns durch Bewegung warm zu halten und liefen die steile Powellstreet hinauf. Unser erstes Etappenziel sollte das kostenlose Cable Car Museum (Tipp!) sein und auf dem Weg dahin könne man irgendwie auch das sehenswerte Chinatown abklappern. Was tatsächlich sich auch insofern als gute Idee herausstellte, dass man beide POIs wie der geneigte Powertourist sagen würde – gut zu Fuß nacheinander abhandeln kann. Unser Chinatownerlebnis wurde nur etwas getrübt von der Tatsache dass wir frühen Mitteleuropäer deutlich zu früh da waren, Chinatown war quasi noch im Tiefschlaf, obwohl es bereits 10 Uhr war.

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Lombardstreet & PIER 69

Da wir gut zu Fuß waren erliefen wir uns die Lombard Street mit ihren berühmten, markanten Kehren und das Pier 69. Hier blieb es auch fast die ganze Zeit trocken*. Vom weiten ließ sich im Nebel einer der beiden gigantischen Stützen der legendären Golden Gate Bridge erkennen was zum ersten mal in diesem Urlaub einen regelrechten Touri-Reflex in uns auslöste, nun dort so schnell und bequem wie möglich hinzukommen.

Stadtplan als Eisbrecher

Zugegebenermaßen sind wir häufig wenn wir ohne Fahrzeug in Innenstädten unterwegs sind, noch ganz Oldschool mit klassischer Stadtkarte bewaffnet und suchen uns unseren Weg. Dieser ist immer Verfügbar, stürzt nie ab, hat immer volle Akkus, hat immer Empfang und ist häufig als kostenlose Beigabe bei diversen Flyern zu finden. Aber der wirkliche Vorteil dieser altbekannte Methode ist ein ganz anderer.

Man stellt sich auf die offene Straße, klappt die Straßenkarte aus und legt sich nur einen kleinen Augenblick auf die Lauer. Es dauert meist nur einen kurzen Moment, da springt einem das vermeintliche „Opfer“ entgegen und ein freundlicher Amerikaner oder Amerikanerin gesellt sich dazu und bietet seine Hilfe an. Dadurch wird einem nicht nur geholfen schnell die Orientierung zu gewinnen und das nächstes Ziel zu finden, man bekommt häufig auch echt gute Insidertipps von den Locals.

Tipp: Mit dem Bus günstig und einfach zur Golden Gate Bridge

So auch der Tipp, statt den großen roten Doppeldeckern (die für eine Tageskarte satte 40$ haben wollen) einfach einen Block weiter zu gehen und die öffentliche Buslinie 28 zur Golden Gate Bridge zu nehmen. Kostenpunkt um die 1,50$ pro Fahrt und pro Person. Sie fährt von der Haltestelle „Van Ness Avenue“ unweit des Piers ab.

Golden Gate Bridge

Der Bus hält direkt vor dem Visitor Center der Golden Gate Bridge. So kommt es dass wir bevor wir auch nur einen ersten Schritt auf das Wahrzeichen der Stadt setzen, wir tatsächlich den Konsum zu opfern fallen und im Visitor Center eine kleinen, verlassenen Seelöwen adoptieren.

Die Brücke ansich ist beeindruckend, noch beeindruckender ist allerdings der Lärm der diese Brücke von sich gibt, denn der Straßenverkehr ist enorm. Und auch hier stellen wir wieder als hartgesottende Sauerländer fest, die markante Temperaturen und Wetterlagen eigentlich gewohnt sind, dass dies eigentlich nicht unbedingt das Wetter ist das wir erwartet hatten. Denn es ist Arschkalt.

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Cable Car

Was wäre ein Besuch San Franciscos, ohne einmal mit der berühmten Cable Car gefahren zu sein? Für ungefähr umgerechnet 7€ kann man mit der Powell-Hyde Line wie der Name schon suggeriert von Powell zu Hyde St (und umgekehrt) einmal quer durch die halbe Stadt fahren und ist direkt bei Ankunft wieder an der BART Station.

 

Tag 2 – Das Wohnmobil

Apollo StarRV Taurus 22ft Wohnmobil

Apollo StarRV Taurus 22ft Wohnmobil

Wir hatten uns vorab für ein Taurus 22ft Wohnmobil, oder auch RV genannt entschieden. Der Vermieter war „Star RV“. Star RV ist die Premiummarke von Apollo RV einem seriösen „Big Player“ weltweit was Wohnmobilvermietungen angeht. So ist Apollo u.a. auch v.a. in Australien oder aber auch Kanada aktiv.

Attraktiv war für uns das Angebot von Star RV, das Komplettpaket „nagelneues Wohnmobil“ mit All-Inklusive Ausstattung:

  • unbegrenzte Meilen
  • 2x Campingausstattung (Bettzeug, Geschirr etc.)
  • Navigationssystem
  • Campingtisch
  • 2x Campingstuhl
  • Generator-Flatrate
  • Zusatzfahrer
  • „Transfer“ vom Flughafenhotel zum Vermieter nach San Leandro (außerhalb von San Francisco in der Bay Area) – hieß, wir bestellten uns ein Taxi und Apollo/Star RV übernahm sie bis zu einer Höhe von 100 USD (was auch so passte).
  • und die Einweggebühr
  • gesamter Kostenpunkt mit Frühbucherrabatten über CU-Camper ca. 1500€ für 14 Tage

Die Übernahme

Die Übernahme gestaltete sich easy. Wir waren natürlich mal wieder viel zu früh dran, und somit standen wir ziemlich genau eine Stunde vor der offiziellen Öffnung der San Francisco Branch mit Sack & Pack auf dem Hof. Im Hintergrund sahen wir bereits einige RVs geparkt, davon nichts unter 25 Feet. Sollten wir etwa ein Upgrade bekommen?

Glücklicherweise war „Mike“ unser Assistant an diesem Tage bereits da, begrüßte und freundlich, bat uns einen Kaffee an und wusste direkt wer wir waren. Das machte mich neugierig: „Are we the only ones today?“ – „Unfortunately, yes“. Aha. Schade für das schöne Produkt „Wohnmobilvermietung“, gut für uns.

Man klärte uns auf unser Wohnmobil sei noch unterwegs und die Fahrzeuge auf dem Hof, seien Fahrzeuge aus dem Vorjahr. Star RV garantiert seinen Kunden Fahrzeuge die maximal ein Jahr alt sind. Danach gehen diese Fahrzeuge in den normalen Pool von Apollo, interessant das diese Fahrzeuge dann trotzdem schon ausgemustert wurden. Ein aktueller Fahrzeugpark ist damit bei Apollo / Star RV sicher.

Mike zeigte us „where in San Leandro all the action happens“ sodass wir noch einen kleinen Spaziergang machen konnten. Action war doch etwas zu viel gesagt, es war samstags morgens und der Vorort von San Francisco war irgendwie noch – wie bereits Tags zuvor – im Tiefschlaf. Sodass wir bald schon wieder uns auf die gemütliche Ledercouch in der Apollo / Star RV Station schmissen und das „qualtativ hochwertige“ US-Morgenfernsehen genossen.

Nebenbei wurde natürlich noch der ganze Papierkram gemacht, Unterschriften, Belehrungen etc. Etwas einschüchternd waren diese ganzen Vorschriften und Drohungen tatsächlich. Ist halt typisch amerikanisch sich zigmal abzusichern. Wäre ich Vermieter des RVs würde ich es aber wahrscheinlich nicht anders machen. Alles, wenn man beim richtigen Vermittler bucht (der die Nullselbstbehaltversicherung bereits inklusive hat) unproblematisch.

Der Moment der Entscheidung

Plötzlich kam ein RV auf den Hof gefahren, 22 Feet lang – das muss es sein. Darauf der Schock, das Wohnmobil hatte eine total zerfetzte Markise. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass das doch nicht unser Gefährt war. Das ältere Ehepaar hatte das Fahrzeug gestern erst übernommen und hatte beim rangieren um einen Baum die Markise getroffen. Das ist ein kleines Detail was viele Ersttäter lt. Mike vergessen, die Abmessungen des Fahrzeuges – speziell der Markise. Dadurch das ich bereits durch meinen Busführerschein Erfahrung im führen großer Fahrzeuge hatte, war die Hürde für mich etwas kleiner. Jenny dagegen musste sich erstmal an die gigantischen Ausmaße (2,60m breite, 3,70m höhe!) gewöhnen – nach wenigen Stunden Fahrpraxis beherrschte sie das fahren aber schon wie ein Profi.

Unser RV kam dann doch, leider erst gegen Mittag – war uns aber egal, da wir ja nicht mehr allzuviel Fahrstrecke (siehe Karte unten) eingeplant hatten. Man erklärte uns wie alles funktionierte und dann ging es auch schon auf die Straße. Dazu werde ich aber auch, wenn wir im Mai ein weiteres mal ein Wohnmobil in Nordamerika mieten nochmal einen eigenen kleinen Guide schreiben.

Das Womo hatte gerade einmal insgesamt ~ 3000 Meilen auf dem Tacho, war brandneu und kam direkt von seiner Überführungsfahrt aus Idaho. Uns wurde ein sehr sauberes, aufgeräumtes und gemütliches RV zur Verfügung gestellt. Wir liebten den Platz, denn für nur 2 Personen hatten wir ein ziemliches Schiff. Die große Küche und das große Bad mit vollwertiger Dusche (mit Glastür und nicht mit Vorhang!) kamen uns gerade recht.

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bahnübergänge sind überbewertet

Noch respektvoll von den vor wenigen Minuten eingeflößten Warnungen, Drohungen und Disclaimern standen wir alsbald auf unserem ersten Stau (von denen wir in den ganzen 14 Tage nur äußerst wenige hatten). Ursache war ein defekter Bahnübergang, die eine Schrankenseite war unten, die andere oben.

Auf der verstopften Straße, blieb uns schließlich nicht anderes übrig als ordentlich am Übergang zu schauen, auszusteigen ob ein Zug kommt – und dann schnell drüber. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn in dem Moment ein Zug gekommen wäre. Aber ein warten oder Umkehren vor dem Übergang war schlichtweg baulich anders nicht möglich gewesen (Fahrbahntrenner in der Mitte der sechsspurigen Fahrbahn).

Unser erster Stop war in einem Safeway, einer der besseren Lebensmittelketten in den USA. Schnell kostenlos die Kundenkarte beantragt und schon hatten wir auf viele Produkte einen ordentlichen Rabatt bekommen. Was ihr alles für einen Ersteinkauf braucht, davon erzähl ich euch ein andermal.

Die erste Ankunft

Unser erstes Ziel sollte am heutigen Tag der Marina Dunes Campground sein. Ein kleiner privater Campground Verkehrsgünstig am Highway gelegen. Kein nonplus ultra Traumplatz, aber mit Sicherheit einer der besseren privaten Plätze. Wir wählten einen Full-Hookup Platz zum Testen unseres Wohnmobils. Full-Hookup heißt, wir hatten Wasser-, Strom- und Abwasseranschluss direkt am Platz.

Ein kleiner Spaziergang an der sandigen Pazifikküste unternahmen wir noch – bald wurde es uns aber zu kalt. Denn im Mai ist die gesamte Pazifikregion noch erstaunlich kühl.

 

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Im nächsten Teil geht es dann den legendären Highway No. 1 entlang!

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